Berliner Ensemble

Geomantie macht Theater – für die meisten Anwesenden war es ein Erlebnis, für andere eine esoterische Intendanten-Austreibung, für den beschwichtigenden Pressesprecher ein Gag… Die Rede ist von der Entstörung und Energetisierung des Berliner Ensembles, die Anne und ich im August durchführten. Geomantie in einem der berühmtesten deutschen Kulturtempel?! Wie kam es dazu? Was passierte dann? Und welche Reaktionen gab es?

Der Auftrag – Überraschung gelungen

Könnten Sie sich vorstellen, bei unserer Housewarming-Party am 28. August die Gebäude des Berliner Ensembles zu entstören?

Die junge Frau am anderen Ende der Leitung stellte sich als künftige Dramaturgin am Berliner Ensemble vor. Und sie riefe im Auftrag von Oliver Reese an, dem neuen Intendanten.

Für meine Antwort brauchte ich 2 Sekunden. Was in diesem unbeschreiblich kurzen Augenblick in mir vorging, ist beschreiblich. Nicht der Abgang von Claus Peymann nach 18 Jahren Intendanz am BE, sondern ganz andere Gedanken schossen mir durch den Kopf. Meine 15jährige Berufstätigkeit als Unternehmensberater für Kultur und Kulturpolitik-Beratung, quälende Diskussionen und die so oft aggressive geführten Streitereien gerade über die Theater, die aufwändigen, stolzen Flaggschiffe unserer kulturellen Infrastruktur. Wie froh war ich doch gewesen, all dem mit Beginn meiner heilerischen Arbeit entkommen zu sein. Und nun das hier?! Vielleicht ja auch nur Fake, dieser Anruf?!

Was erwarten Sie denn von mir, fragte ich mit etwas rollender Stimme zurück. Soll ich einen schamanischen Bühnentanz entwickeln, räuchern, trommeln oder einen Gesang anstimmen?

Die Dramaturgin lachte. Nein, ganz im ernst, der künftige Intendant möchte eine geomantische Entstörung, die zu Beginn der feierlichen Übernahme vor Aufnahme unserer Proben erfolgen soll. Die Fragezeichen in meinem Kopf waren nicht ausradiert, aber ich willigte ein. Warum auch nicht? Schließlich hatten schon andere Promis gewagt, uns zu beauftragen, etwa Götz Werner, der dm-Gründer, der die Öffentlichkeit unseres Wirkens nicht scheute. Entweder es würde nach vorn oder nach hinten losgehen oder eben beides. Warum das Licht unterm sprichwörtlichen Scheffel halten!

Das Gebäude fühlt sich energetisch sehr schlecht an, fügte ich nach dem Hineinfühlen aus der Ferne noch hinzu. Sollte mich nicht wundern, wenn Schauspieler und Techniker, aber auch Verwaltungsmitarbeiter leicht ermüden, wenn es öfter Streit gibt oder sogar Unfälle, die auf den energetischen Stress mit zurückgeführt werden können, wäre man sich dessen bewusst. Hm, das passt schon zu dem, was uns verbleibende Mitarbeiter in Gesprächen berichtet haben, gab meine Gesprächspartnerin zu. Am Ende versicherten wir uns wechselseitig, sehr gespannt zu sein auf den Entstörungstermin.

Zur Einordnung: Das Berliner Ensemble, das Theater am Schiffbauerdamm

Die Geschichte dieses Theater verbinden wir eng mit dem Namen Bertolt Brechts. Nach seiner Rückkehr aus dem Exil in den USA und der Schweiz nach Deutschland in die damalige DDR gründete er das Berliner Ensemble (BE abgekürzt), das ab dem 19. März 1954 das eigene Haus am Schiffbauerdamm bezog, heute lautet die Adresse Bertolt-Brecht-Platz 1. Nach dem Tode Brechts führte seine Frau, Helene Weigel, die Arbeit bis zu ihrem Tod 1971 fort. Und nach der Wende und dem Ende der DDR ging es auf und ab. Unter anderem gab es eine Gemeinschaftsintendanz  von Matthias Langhoff, Fritz Marquardt, Peter Palitsch, Peter Zadek und Heiner Müller. Im Anschluss an Umbauarbeiten übernahm 2000 bis 2017 Claus Peymann die Intendanz, und zur Spielzeit 2017/18 folgt jetzt Oliver Reese.

Hier wäre über viele namhafte Künstlerinnen  und Künstler, auch Bühnenbildner, Komponisten u.a. zu schreiben, doch geht es ja nicht um Kulturgeschichte.

Wer sich über die künstlerischen Ziele, das heutige Ensemble und den Spielplan unterrichten mag, findet alles auf der Website des BE und auch auf der neuen Facebook-Seite. Wir kehren zurück zum geomantischen Tatort.

 Berliner Ensemble

Die Uraufführung: 2 Geomanten und eine volle Bühne

Plötzlich war er dann da, Samstag der 28. August 2017, Startschuss um 18 Uhr im Hof zwischen den Theatergebäuden. Partyzelte, Bänke, Essen und Getränke und ein drohender Gewitterregen, der dann doch ausblieb. Herzliche Begrüßung durch die Dramaturgin, den Intendanten, ein kurzer Schnupperrundgang ins Haupthaus, wo sich meine energetische Fernwahrnehmung bestätigte. Grottig, heißt das bei uns kurz und knapp. Die Boviswerte lagen im unteren Zehnerbereich.

Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, mit einer Handvoll unverdrossener Interessierter unter den Partygästen im Backstage-Bereich eine kurze Einführung und Demonstration zu veranstalten, da die Energie dort am schlechtesten war. Natürlich in der Hoffnung, dass wenigstens einige Anwesende eine Veränderung spürten und bereit wären, das im kleinen Kreis zuzugeben. Dann aber stand ich mitten auf der Bühne, umgeben von etwa 200 Neugierigen und begann zu erzählen, was wir als Geomanten spürten und täten, über die Wirkung von Wasseradern, Meridianabstrahlungen und Verwerfungen. Irgendwann landete ein Mikrophon in meiner Hand, denn Bühnenakustik ist nun einmal darauf ausgelegt, dass man in Richtung Zuschauerraum spricht, nicht nach hinten und im Kreis herum. Anne übernahm das Mikro, als ich zur Veranschaulichung die geomantischen Verhältnisse auf der Bühne beispielhaft erläuterte, unter anderem dort, wo ein Kind in den Armen der ratlosen Mutter ständig plärrte und aufschrie (Kreuzungspunkt linksdrehenden Wassers und einer krebserregenden Meridinabstrahlung).

Der langen Rede kurzer Sinn: ich bat um einen Moment Geduld und schritt zur Tat, war nach etwa 4 Minuten Konzentration durch mit dem ersten Entstörungswerk und maß sofort 13.000 Boviseinheiten, ein für den Anfang beachtlicher Wert. Das sollte doch irgendwer gespürt haben, dachte ich bei mir. Immerhin fiel auf, dass das unruhige Kind sich schlagartig beruhigt hatte.

Da das Publikum so ratlos da stand, wie ich selbst, erklärte ich die Performance für beendet und bot an, man könne sich ja, wenn man schon auf offener Bühne keine Bekenntnisse ablegen wolle, gern Anne und mir anvertrauen. Genau das taten zuerst zwei Bühnentechniker, deren Arbeitsplatz seitlich neben dem Vorhang lag. Ja, sie hätten eine Veränderung deutlich bemerkt, Kribbeln und Wärme in den Beinen. Ob ihr Arbeitsplatz auch verstrahlt gewesen sei? Ich bejahte. Weshalb sie dass denn jahrelang gut überstanden hätten? Ich bat sie, ihre Hände auf die Brust zu legen und fragte, ob es darunter warm werde. Jaja, wieso? Das ist keine Körperwärme, sondern gut entwickelte Energie, die man auch als Heilkraft bezeichnen könne, klärte ich auf. Beide blickten sich nickend an und antworteten, dann verstünden sie jetzt auch, weshalb eine Kollegin an diesem Arbeitsplatz erkrankt sei, denn die habe immer über kalte Glieder geklagt.

Vorhang zum 2. Akt: Rundgang durch die Gebäude

Nach und nach trauten sich auch andere Anwesende zu uns um kurz mitzuteilen, dass man den energetischen Umschlag deutlich gespürt habe. Zwei gaben an, ihre Rückenschmerzen seien plötzlich verschwunden. Dem Pressesprecher des BE war dies so suspekt, dass er es später der Münchner Abendzeitung gegenüber als Scherz erklärte, ebenso wie die gesamte Entstörung. Nun ja, vielleicht der Tatsache geschuldet, dass er vormals am Münchner Residenztheater tätig war und dass kritikasternde Bayernlager zu beruhigen trachtete.

Vor Ort jedoch drängten Intendant und das Verwaltungspersonal auf den Rundgang zum geomantischen Feintuning, zuerst in den heiligen Räumen einschließlich Weigel-Zimmer und dem Turmzimmer Bertolt Brechts. Nachdrücklich wurden wir in jedes Büro gebeten, was sich beiderseits ganz anders anfühlte als ein Scherz, und fanden noch so manchen Störfaktor, unter anderem mussten wir Strahlungen aus Baustoffen für die neue kleine Bühne mittels geomantischer Imprägnatur unterbinden.

Im Anschluss waren es zunächst Mitarbeiter der Technik, die uns baten, doch auch ihre Arbeitsbereiche noch einmal gezielt unter die energetische Lupe zu nehmen. Diese Arbeitsplätze auf engstem Raum und voller Elektronik (zum Beispiel im Stellwerk zwischen Foyer und Zuschauerraum) verdienten unsere zusätzliche Aufmerksamkeit allemal. Wir ließen die Situation vorher und nachher bewusst testen und bekamen klare Rückmeldungen, dass es sich nach Entstörungen besser anfühle.

Performative Nachvollziehbarkeit – Die Reaktionen

Nachdem wir nun endlich Zeit fanden, Essen und Wein zu genießen und die Technik zufrieden war, schlossen sich zahlreiche Gespräche mit Ensemble-Mitgliedern und Gästen an. Wir geben uns freilich keinen Illusionen hin, dass es auch Gäste gegeben haben wird, die unsere Aufführung abstrus gefunden und keinerlei Veränderung gespürt haben dürften. In dieser Feststellung liegt keine Verurteilung, denn Menschen nehmen unterschiedlich wahr – und das heißt auch, für wahr. Und sie haben ihre feste Meinung samt Recht darauf. Bis auf eine Reaktion aber begegneten uns an diesem Abend offene Neugierde und Interesse. Viele Gesprächspartner teilten uns von sich aus mit, dass sie deutlich Veränderungen spürten, Wärme, Kribbeln, Leichtigkeit, dass sie besser durchatmen könnten. Ein älterer Schauspieler erzählte nachdenklich über einen unerklärlichen Bühnenunfall, den er genau an der Stelle erlitten habe, die ich bei meiner Demonstration als besonders problematisch beschrieben hätte. Das gäbe ja zu denken. Und ebenso viel fragten gleich nach, wie wir die geomantischen Verhältnisse in ihren Wohnungen, Häusern oder Ferienhäusern einschätzten.

Kurzum, so verließen wir gegen Mitternacht müde, aber beschwingt und voller neuer Eindrücke die Housewarming-Party, die noch in vollem Gange war.

…und die Feuilletonisten

Zwei Tage später, wir saßen gerade in Hannover im Eiscafé, rief eine Journalistin der Berliner Zeitung an und fragte, was genau wir da denn gemacht hätten? Ich erklärte ihr das in Ruhe und wir sandten ihr anschließend per Email weitere Informationen. Oh, sagte sie am Telefon und schrieb das später sogar, da könnten sie auch gleich noch die Volksbühne entstören, denn da ist die Energie auch schrecklich. Schlagen Sie es vor, gab ich zurück.

Wer sich in die Kulturszene begibt, gerät immer zwischen Fronten und in das Gewirr von Animositäten, Egopflege und Debatten, die immer wieder verwundern. So lautete die Überschrift des Berichts noch am selben Tage »Berliner Ensemble, Wünschelrutengänger entfernt negative Peymann-Energie«. Das Interesse der Leserschaft war mit dieser Schlagzeile gesichert, hatte doch ein früherer Kultur-Staatssekretär öffentlich gesagt, man müsse das BE nach Peymann ausräuchern. Damit wird für kulturpolitische Streithähne klar gewesen sein, was der neue Intendant hier getrieben habe, auch wenn es später im Text heißt, ich hätte versichert, es sei um negative Energien anderer Art gegangen. Auf meine Erläuterung, wir könnten das mental ausrichten, reagierte die Journalistin mit der theateraffinen Wortschöpfung des Monats: meine stilisierte Wünschelrute, gemeint ist die H3-Antenne, komme nur zur »performativen Nachvollziehbarkeit« zum Einsatz.

Dann aber folgten doch »aufwühlende Fragen«. Etwa die, ob mit Oliver Reese nun ein Esoteriker an der Spitze des Hause stehe und Brecht sich nun im Grabe umdrehen müsse? Nun, sollte Brecht noch als Erdgebundene Seele das BE bewacht haben, hätten wir es bemerkt und ihn zu seiner Verwunderung liebevoll in die vom dialektischen Materialismus streng geleugnete Geistige Welt reisen lassen.

Wie in der Politik, so in der Kultur: Geht es in Berlin drunter und drüber, richten es die unbeugsamen Bayern, wie oben schon angedeutet. Da titelt die Münchner Abendzeitung vom 29. August, garniert mit einem Gemäldeporträt Peymanns, ein Heiler treibe Claus Peymann aus. Nicht nur, dass auch hier aus einem Geomanten ein Geomantiker wird, weil Journalistiker halt auch nicht immer gut recherchieren. Der komme nun ausgerechnet und schlimm genug auch noch aus Hannover und sei zudem Esoteriker, um ein Haus zu entstören, in dem doch Bertolt Brecht das »Theater des wissenschaftlichen Zeitalters« ausgerufen habe. Die Zustimmung ist solchen Beiträgen vor allem im Internet gewiss: da müsse man doch wohl sofort den Rechnungshof einschalten, wenn Geld für derartigen Unfug ausgegeben werde!

Immerhin birgt der Artikel Vorschläge, die uns Geomanten  erfreuen sollten: Schon die Überschrift »Ein neuer Standard für Einweihungspartys« macht Mut. Ja, wir entstören Theater gerne wieder, denn die meisten haben es nötig, wie uns Kollegen versicherten. Und dann die Frage, ob der Freistaat Bayern und die Stadt München nicht angesichts der diversen Probleme mit Neu- und Umbauten an Theatern einen Geomantiker fest anstellen müssten? Nun, warum eigentlich nicht?! Personalvorschläge hätten wir schon. Nur am Rande: nirgendwo ist der Brauch mehr verbreitet, Rutengänger in Bauvorhaben oder zur Brunnensuche einzubinden als in weiten Teilen Bayerns.

Nicht alle sehen das so kritisch, und der Zeitenwandel ist unaufhaltsam. In Brechts Drama »Schweyk im 2. Weltkrieg« wird er zur Musik von Hanns Eisler so besungen: Am Grunde der Moldau wandern die Steine. Das gilt auch für Isar und Spree.

Oliver Reese und seine Kolleginnen und Kollegen haben wir nicht als esoterische Verschwörertruppe in Erinnerung. Von Herzen danke aber für den Mut, uns zur Austreibung wenig gedeihlicher Energien einzuladen und das sogar öffentlich. Eine Uraufführung schon vor Spielzeitbeginn, wahrhaft.

 

Herzensgrüße

Werner

 

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In Heilen Räumen leben

Neue Geomantie ist das Wissen und die Fertigkeiten, die die Menschheit über Jahrzentausende bereits einmal gehabt hat. Dieses Wissen kehrt nun wieder zurück und mit ihm die energetischen Schlüssel in Form uralter Symbole und die mentale Befähigung, alle geomantischen Störungen nachhaltig zu beseitigen. Zudem dürfen wir Räume energetisieren, Kraftplätze schaffen, natürliche Kraftorte wie Chakrenfelder der Erde heilen und schützen, geomantische Landwirtschaft und Tierhaltung erproben.

Unser Herzensanliegen ist es, mit der Neuen Geomantie diesen herausragenden Teil alten Wissen wieder zu erschließen, aufzuzeichnen und es all denjenigen weiterzugeben, die bereit sind, sich selbst und diesem sich verantwortungsbewusst zu öffnen.

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